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Toni Poli in der Destillerie

Der Geist dieses Brands

- 55 Grad! Toni, du bist verrückt! Wer will denn schon einen 55%igen Grappa?

- Vertraut mir…

- Aber was denkst du denn; die Leute ziehen leichte, weiche und fruchtige Destillate vor!

- Vertraut mir…

Es war der Abend des 24. Mai 1989. Toni Poli hatte uns vier Kinder in die nahe bei der Destillerie gelegene Trattoria in Schiavon eingeladen, um gemeinsam zu Abend zu essen:

- Hör mal, Papa, seit deinen Zeiten hat sich viel geändert, und auch der Geschmack der Kunden ist heute anders.

- Das mag ja sein, aber vertraut mir trotzdem.

Toni Poli während der Destillation

- Und welche Art von Trester möchtest du destillieren?

- Die, die uns die Bauern der Gegend bringen, die hiesigen gemischten Trestern.

- Gemischte Trestern? Das kann ja wohl nicht sein! Der Markt verlangt Grappas aus einer einzigen Rebsorte!

- Vertraut mir… und dann füllt ihr ihn in Eichenfässer und lasst ihn einfach ruhen.

- Ein gereifter Grappa! Das kann doch nicht dein Ernst sein; wo lebst du denn, Toni?

Alle Versuche, ihn umzustimmen, waren umsonst. Also sprachen wir von etwas anderem: Er erzählte uns, wie er Teresa, unsere Mutter, kennengelernt hatte, und von den Kämpfen um die Zustimmung der Eltern zur Heirat.

Die Fässer wo der Grappa reifen kann

Dann erinnerte er sich daran, wie hübsch Giampaolo, der Erstgeborene, als Kind war. Bewegt vertraute er Barbara an, wie sehr er sich ein kleines Mädchen gewünscht hatte.

Voller Stolz blickte er auf Andrea, den Jüngsten, der als Einziger seine Leidenschaft für die Mechanik teilte. Mich dagegen, das zweite seiner vier Kinder, fragte er nach jenem Mädchen, Cristina, das ich kurz zuvor kennengelernt hatte – vielleicht ahnte er damals schon, dass wir einige Jahre später heiraten würden.

Beim Hinausgehen versuchten wir noch einmal, ihn zu überzeugen, dass ein hochprozentiger, in Eichenfässern gereifter Grappa aus den Trestern unserer Gegend genau das Gegenteil dessen war, was die Verbraucher wünschten.

Vertraut mir. Füllt jedes Jahr, solange ich noch hier auf Erden bin, neun Fässer mit diesem Grappa; danach könnt ihr damit beginnen, ihn in Flaschen zu füllen.
 

Falls es im Jenseits keinen guten Grappa gibt, sollte man sich besser eine kleine persönliche Reserve anschaffen.

- Und warum gerade neun?
- Das werdet ihr vielleicht allein herausfinden.

Im Jahr 1989 war Toni Poli siebzig Jahre alt. Seit damals haben wir zwölf Jahrgänge des Grappas, den er wollte, gelagert, den wir jetzt ihm zu Ehren in Flaschen füllen, auch wenn es dort, wo er jetzt ist, wahrscheinlich noch bessere gibt.

Jacopo Poli
 

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Gereifter Grappa

Poli Barrique

Einzeljahrgangsgrappa,
13 Jahre im Barrique gereift

Bevor dieser Grappa in den Eichenfässern gelagert hat, ist er im Geiste und im Herzen unseres Vaters Toni gereift.

Zum ersten Mal 1989 gebrannt, werden pro Jahr nur neun Eichenfässer produziert.

Poli Barrique Der Geist dieses Destillats


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Poli

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Merkmale

Rohmaterial: Trester vom Cuvée aus typischen roten Rebsorten aus der Region
Destillation: handwerklich, in kleinen Produktionsmengen, mit im diskontinuierlichen Zyklus arbeitendem Destillierkolben aus Kupfer mit Dampfkesseln
Aroma: geröstetes Holz, Vanille, Kakao und Kaffee
Geschmack: nachhaltig, kraftvoll und harmonisch
% Alk - Inhalt: 55% Alk./Vol - 700 ml
Servierweise: im tulpenförmigen Glas, mit einer Temperatur von 18/20°C.

Poli Barrique, Jacopo Poli Grappas Pack

Poli Museum